Wie NGOs kommunizieren, koordinieren und mobilisieren

Christiane Schulzki-Haddouti schreibt auf Techkoop Wie NGOs kommunizieren, koordinieren und mobilisieren
Im Jahr 2001 organisierten sich innerhalb nur von 75 Minuten über 20.000 Menschen in Manila, um auf einem Boulevard gegen den damals amtierenden philippinischen Präsidenten Estrada zu protestieren. Dabei koordinierten sie sich mit Hilfe von SMS. Für den kalifornischen Internetforscher Howard Rheingold ein Paradebeispiel für so genannte Smart Mobs, die sich mit Hilfe digitaler kooperativer Technologien in kürzester Zeit online wie offline koordinieren können. Einige Jahre später befasste sich Rheingold in einer Studie mit den so genannten Technologien der Kooperation („Technologies of Cooperation“ - PDF). Darunter verstand er eine große Bandbreite digitaler Systeme und Werkzeuge, die Menschen so unterstützen, dass sie besser kommunizieren und arbeiten können. In der Studie “Kooperative Technologien für Arbeit, Ausbildung und Zivilgesellschaft” habe ich gemeinsam mit Lorenz Lorenz-Meyer mögliche Anwendungsbereiche dieser kooperativen Technologien untersucht. Unter anderem haben wir überlegt, wie ein sinnvoller Toolmix bei mittelgroßen Nichtregierungs-Organisationen (NGOs) aussehen könnte. Was darf man sich unter diesen Tools vorstellen? Wir zählen dazu alle Kommunikationswerkzeuge - angefangen beim klassischen Telefon und der inzwischen weit verbreiteten E-Mail, über SMS, Chat, Instant Messaging bis hin zu Microblogging-Werkzeugen wie Twitter. Wesentlich sind außerdem Dienste, die das Planen und Managen unterstützen, wie etwa gemeinsame Kalender und To-Do-Listen. Sharing-Tools, die wie etwa Sharing-Plattformen das den Austausch von Informationen oder wie Geodaten-Mashups über mobile Dienste eine räumliche Awareness und Koorientierung ermöglichen, stellen eine weitere große Werkzeuggruppe dar. Ein weiterer Bereich betrifft die Inhalteproduktion und –bereitstellung. Dazu zählen vor allem webbasierte Tools wie Blogs und Wikis. Schließlich gibt es Soziale Netzwerke und andere Werkzeuge, die Menschen ein Identitäts-, Reputations- und Beziehungsmanagement ermöglichen. Wie können zivilgesellschaftliche Organisationen all diese Werkzeuge für sich nutzen? Um dies beantworten zu können, hilft es sich die zentralen Aufgaben von zivilgesellschaftlichen Stakeholdern vor Augen zu führen:  Sie müssen Ideen entwickeln und Ideen verbreiten. Sie müssen für ihre Ideen eine Öffentlichkeit aufbauen – und möglicherweise Betroffene mobilisieren. Zu den zentralen Erfolgsfaktoren zählen hier die zwei zentralen Ressourcen Geld und Zeit sowie die Fähigkeit, Teilhabe bzw. Partizipation zu organisieren.

Mikroblogging und soziale Bewegungen

Wie lässt sich Technologie für emanzipatorische Projekte, soziale Bewegungen, politischen Kampagnen nutzen? Welche neuen, teilweise noch ungenutzten Möglichkeiten liegen zum Beispiel im sogenannten "Microblogging"? In einem sehr umfangreichen Artikel zum Thema "Microblogging und soziale Bewegungen" fassen die Betreiber der "Genossenschaft mensch.coop eG" in ihnrem Blog die gegenwärtige Diskussion zum Thema zusammen und stellen einige interessante Fragen.
"In welchen Bereichen werden Mikroblogs von sozialen Bewegungen eingesetzt?"

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