
Vier Tage lang hat ihn der ägyptische Sicherheitsdienst in Handschellen gelegt, ihm die Augen verbunden, ihn kaum schlafen lassen – und immer und immer wieder verhört. Gleich zu Anfang sagten sie zu ihm: "Alles, was in deinem Kopf steckt – wir wollen es herausholen", erzählte der deutsch-ägyptische Blogger Philip Rizk nach seiner Freilassung Mitte Februar. Glück habe er gehabt, dass ihn die Behörden so schnell wieder rausließen. Glück, und ein schützendes Medienecho. Rizk bloggt aus Kairo über die humanitäre Lage im Gaza-Streifen und nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es um Kritik an den Regierungen von Israel und Ägypten geht. "Das sind symbolhafte Strafen, die andere einschüchtern sollen", sagt Clothilde Le Coz, Internet-Expertin von Reporter ohne Grenzen. Die Behörden reagieren damit auf die wachsende Zahl von Bürgern, die sich im Netz Gehör verschaffen. Unterschiedlichen Schätzungen zufolge gibt es weltweit inzwischen 200 bis 300 Millionen Blogs. Rund ein Drittel von ihnen beschäftigt sich mehr oder weniger häufig mit Politik, schreiben die Betreiber der Blog-Suchmaschine Technorati in ihrem Jahresbericht 2008. Die Blogosphäre hat jedoch ihre eigenen Kniffe, um die staatlichen Schraubstöcke zu lockern. Projekte wie "Jedermanns Handbuch zur Umgehung von Internetzensur" oder die Software Psiphon, entwickelt von einer Forschungsgruppe an der Universität von Toronto, sollen Bloggern Zugang zu gesperrten Seiten verschaffen. Organisationen wie die amerikanische Electronic Frontier Foundation setzen sich für das Recht von Bloggern auf freie Meinungsäußerung ein und geben Tipps, wie Internetnutzer ihre Identität verschleiern können. "Blogger können sich schützen, wenn sie wissen, wie sie anonym bleiben", sagt Le Coz. Außerdem müssten sie wissen, wie sie Kritik sachlich ausdrücken, ohne jemanden zu verleumden. Jeder Blogger sollte verantwortungsvoll mit dem umgehen, was er publiziert. "Manche missbrauchen ihre Freiheit im Netz." Zum Welttag der Pressefreiheit am heutigen 3. Mai siehe auch:
April 01, 2009 - A new study from Freedom House warns that the rights of internet and mobile phone users are increasingly at risk as governments, both repressive and democratic, expand their ability to monitor and control online activity.
Hier gibt es diekomplette Studie als PDF
Freedom House will reveal the findings from its new Global Internet Freedom Index, the world's first analytical standard for measuring internet freedom. The independent human rights organization developed the index in response to the growing threat posed by governments seeking to limit citizens' access to the internet. The pilot index compares internet freedom in 15 countries: Brazil, China, Cuba, Estonia, Egypt, Georgia, India, Iran, Kenya, Malaysia, Russia, South Africa, Tunisia, Turkey and the United Kingdom. The index evaluates each country based on barriers to access, content controls and violations of individual online rights. In addition to providing country narratives, the index assigns each country a score similar to the rankings Freedom House uses in its Freedom of the Press survey. Freedom House plans to expand the index worldwide with additional support and hopes that it will be a valuable tool for challenging government control and advancing freedom of expression online.Bei Netzpolitik dazu: Global Internet Freedom Index veröffentlicht
Bundesregierung hat ein wissenschaftliches Kooperationsabkommen mit den USA, Frankreich und Israel unterzeichnet. Im Mittelpunkt steht der "Schutz kritischer Infrastrukturen" und "Krisenmanagement" Mitte März diesen Jahres hatten Bundesforschungsministerin Annette Schavan und US-Heimatschutzministerin Janet Napolitano in Berlin ein Regierungsabkommen über die "wissenschaftliche und technologische Zusammenarbeit" in der Sicherheitsforschung unterzeichnet. Gegenstand des Vertrages war die "Abwehr und das Aufspüren von Bedrohungen der zivilen Sicherheit und die Reaktion auf diese Bedrohungen", "Kriminaltechnik und Einstufung in Bezug auf Sicherheitsbedrohungen", der "Schutz von kritischen Infrastrukturen und Schlüsselressourcen" und "Krisenreaktion und Folgenmanagement sowie Schadensbegrenzung bei folgenschweren Ereignissen". Vergangene Woche wurden nun vom Bundesministeriumfür Bildung und Forschung (BMBF) ähnliche Vereinbarungen mit Frankreich und Israel geschlossen.
Die Homepage des Bundeskriminalamts hat den Kriminalisten als Honeypot gedient, um Mitglieder der "militanten gruppe" (mg) identifizieren zu können. Dies wurde im Rahmen eines Berliner Prozesses bekannt, der gegen drei Personen geführt wird, die der versuchten Brandstiftung von Bundeswehrfahrzeugen angeklagt sind. Mit der Aufdeckung des Sachverhaltes werden die Hintergründe der interessieren, ja sicher auch gern selber welchen machen. Das BKA hatte alle BesucherInnen der eigenen Seite über die militante gruppe (mg)gespeichert und ihre Daten überprüft. Angeblich, um die Mitglieder der mg zu finden. Durften sie aber auch nicht und hätten es angeblich dann gelassen.
„Prevention“ is one of the keywords of the contemporary Zeitgeist. It is common knowledge, that it is better to prevent than to heal and rightly so! But prevention can also be understood as a means of power and governing. The recent predominance of preventive strategies in highly different fields of society like health care, criminal law, human ressource management, and international politics and policing protest is astounding. The claim of prevention is total(itarian). It tries to hinder events of whose occurrence it can never be certain. So prevention needs extensive information (and tends to gather it by means of surveillance, often of general surveillance without suspicion) of the events, behaviour or general risks to be prevented. Uncertainty makes the hunger of preventionism quenchless. On the other hand the totalitarian claim for information can hardly be fulfilled in complex societies. The solution of the prevention programmes is twofold. The first is a spatial or other sectional self-limitation of the pretensions of preventionism (as seen in cctv-surveillance of specific public squares or specific demonstrations that polices not general but time-spatial specific behaviour). The other solution lies in the self-governing aspect of preventionism. Its constant impositions train people to think preventive themselves, to check their behaviour, appearance and communication in terms of social acceptability. This development is highly linked to the post-fordist societal change and to neoliberalism. The new techniques of governing and subjectifying or individualisation of power by self-governance have been widely discussed in the Foucault-inspired Gouvernementality Studies. The implications for research in protest and social movements must be vast but have hardly become visible under the dominance of the classical approaches ressource mobilisation, framing and political opportunity structures. It is highly probable that neoliberal preventionism restricts protest by attacking some of its necessary conditions e.g the existence and utterance of critique and more importantly maybe even the legitimacy of potential protesters’ claims. The panel aims at lessening this lack in theory building and asks for ways to bring into protest research perspectives of post-structuralist and subjectifying perspectives. Issues concerned are:
Die Regierung beschallt uns mit dem Thema über alle Medien - dass wir gefälligst das terroristische Risiko nicht unterschätzen sollen, die Einschränkung von Grund- und Freiheitsrechten eben notwendig ist um selbige zu schützen und überhaupt, diese kriminellen Jugendlichen…
Nur - je mehr von Sicherheit die Rede ist, umso verunsicherter wird die Bevölkerung. Misstrauen und offene Ablehnung gegenüber 'menschlichen Risikofaktoren' wie zum Beispiel „Muslimen“ machen sich breit, wo doch eigentlich Toleranz herrschen sollte. An dieser Stelle schließt sich der Ring zu einer Sicherheitspolitik vor der niemand mehr sicher ist. Denn die Angebote der Politik zielen fast immer in eine Richtung – der Starke Staat muss her. Mehr Überwachung, mehr Repression, mehr Misstrauen und „Seid ja wachsam!“