Wahlkampf hält Einzug auf StudiVZ
Auch interessant: Gerade erst ging in Berlin das erste Politcamp mit über 500 TeilnehmerInnen zu Ende, dass mit dem Anspruch Politik und Netzkultur zusammenzubringen angetreten war. Da erleben wir ein ganz anderes Beispiel dafür wie das mit der Politik im Netz auch laufen kann: Die deutsche Facebook-Kopie "studiVZ" hat vor kurzem beschlossen nicht nur realen oder fiktiven Personen eine Heimat sein zu wollen sondern darüberhinaus auch "Werbepartnern" und Parteien. Dabei war man allerdings etwas wählerisch und wollte nicht gleich alle Parteien zulassen. Konkret hat studiVZ anscheinend am 1. Mai kurzerhand das Benutzerkonto der Piratenpartei gelöscht.
Dazu aus dem Forum der Piratenpartei: Wahlkampf hält Einzug auf StudiVZ
Gibts denn inzwischen schon eine Stellungnahme? Nachdem ich vor den beschwichtigenden Worten von Markus Stiller doch einige wenige JuSos-etc.-Profile "gemeldet" hatte (jaja, ich weiß, kontraproduktiv, pipapo, mea culpa), habe ich heute eine Antwort vom StudiVZ-Support Team darauf gekriegt, die ich euch nicht vorenthalten möchte: "vielen Dank für deine Meldung! Hier gibt es eine Ausnahme in unserem Verhaltenskodex: Zusätzlich zu den Profilen authentischer Personen bieten wir auf unseren Plattformen sogenannte Edelprofile für Werbepartner und zum Wahljahr 2009 Politische Profile für Parteien und deren Kandidaten an, die mit den Grundwerten unserer Verfassung vereinbar und nicht extremistisch sind." Was jetzt, gibts auch "private" Profile für Kandidaten? Ich hab ja sicher kein Edel-Profil gemeldet. Heißt das im Umkehrschluss, dass StudiVZ die Piratenpartei als nicht mit unserer Verfassung vereinbar sieht? Oder doch einfach nur willkürlich handelt? Update: StudiVZ hat den Verhaltenskodex angepasstHier die offizielle Stellungnahme der Piratenpartei Deutschland: Piratenpartei kritisiert einseitigen Wahlkampf auf StudiVZ
Die Piratenpartei kritisiert die einseitige Information der Nutzer auf StudiVZ und MeinVZ durch spezielle Wahlkampfprofile der etablierten Parteien und die Löschung des Profils der Piratenpartei. Die Piratenpartei fordert den Stopp dieser einseitigen Information und eine demokratische Gestaltung der Plattform mit der Möglichkeit, dass alle in Deutschland anerkannten Parteien sich ausgewogen präsentieren können.Heise schreibt dazu: StudiVZ löscht Profil der Piratenpartei
Zum Start der Parteiprofile hatte StudiVZ-CEO Markus Berger-de León erklärt, man werde bewusst rechtsextremen Parteien keine Plattform bieten. In diese Ecke fällt die Piratenpartei wohl eher nicht. Und ganz streng scheint StudiVZ die Begrenzung auf natürliche Personen nicht zu nehmen: Die Junge Union Baden-Württemberg, die CDU-Studentenorganisationen RCDS Bochum und RCDS Oldenburg sowie diverse Juso-Gruppen sind schon länger mit eigenen Profilen auf StudiVZ präsent. Die Pressesprecher der Piratenpartei feilen derzeit noch an einer öffentlichen Stellungnahme zum Thema.Auf TorrentFreak kann man dazu lesen: Pirate Party Banned from Social Networking Site
