“Der Kampfbegriff Geistiges Eigentum ist falsch"

Der elektrische Reporter hat wieder einen ganz hervorragenden Film gemacht. Diesmal geht es um das Thema Urheberrecht im digitalen Zeitalter und den Kampfbegriff "Geistiges Eigentum" Thomas Hoeren ist Richter am Oberlandesgericht Düsseldorf, hat den Lehrstuhl für Informationsrecht und Rechtsinformatik an der Universtät Münster inne und ist außerdem Mitglied in etlichen internationalen Gremien und Fachausschüssen. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten gehört das Urheberrecht in einer sich wandelnden Gesellschaft.

Elektrischer Reporter – Thomas Hoeren: “Der Kampfbegriff Geistiges Eigentum ist falsch.”

Dieses Interview im Kontext: Urheber 2.0: Jeder Nutzer ein Pirat? Urheber 2.0: Was tun, wenn keiner kauft?

CCC Stellungnahme zur Vorratsdatenspeicherung

Der Chaos Computer Club hat am 6. Juli eine Stellungnahme des CCC zur Vorratsdatenspeicherung veröffentlicht, vor allem das 59 Seiten starke Gutachten (Download pdf) ist sehr lesenswert. Auf der Webseite des CCC heisst es: Chaos Computer Club veröffentlicht Stellungnahme zur Vorratsdatenspeicherung
CCC hat zu den Verfassungsbeschwerden gegen die Vorratsdatenspeicherung auf Wunsch des Bundesverfassungsgerichts eine Stellungnahme abgegeben. Auf vielfältige Nachfrage hin stellen wir sie hiermit gern der Öffentlichkeit zur Verfügung. Das Gutachten macht deutlich, wie einfach allein schon durch die Analyse der Verbindungs- und Standortdaten von Mobiltelefonen tiefe Einblicke in die Privatleben aller Telefonbenutzer möglich sind. Ein weiterer Schwerpunkt ist ein Ausblick in die Zukunft, in der durch genauere Ortung und dichtere Nutzungsprofile die Auswertung der Vorratsdaten ein praktisch vollständiges Persönlichkeitsbild ergeben wird. Schon heute ist durch das Angebot nützlicher und bequemer Dienste permanente mobile Kommunikation Normalzustand für viele. "Durch die ungebremste Aufzeichnung der digitalen Spuren wird das Mobiltelefon mehr und mehr zu einer Ortungswanze, sofern dem speicherwütigen Staat nicht Einhalt geboten wird. Sollte die Vorratsdatenspeicherung vor Gericht Bestand haben, bedeutet das praktisch ein Ende der Freiheit, unbeobachtet und ungestört zu leben", sagte CCC-Sprecher Frank Rieger.
Siehe / höre auch den Netzpolitik-Podcast 080: Frank Rieger über die Vorratsdatenspeicherung

Freiheit statt Angst - Bundesweite Demonstration am 12. September 2009

Bürgerrechtlerinnen und Bürgerrechtler rufen bundesweit zur Teilnahme an einer Demonstration gegen die ausufernde Überwachung durch Wirtschaft und  Staat auf. Am Samstag, den 12. September 2009 werden sie unter dem Motto "Freiheit statt Angst - Stoppt den Überwachungswahn!" auf die Straße gehen. Treffpunkt ist um 15.00 Uhr am Potsdamer Platz in Berlin. Die  Demonstration ist Teil des europaweiten Aktionstages "Freedom not Fear - Freiheit statt Angst", zu dem länderübergreifend Proteste gegen die Überwachung der Bürgerinnen und Bürger stattfinden.
Wann: 12. September 2009, 15 Uhr
Wo: Potsdamer Platz in Berlin
Hier der hübsche Trailer Freiheit statt Angst von Alexander Svensson. Weitere Informationen gibt es weiter unten oder auf der Seite des AK Vorratsdatenspeicherung: http://www.FreiheitStattAngst.de Freiheit statt Angst - der Trailer from Alexander Svensson on Vimeo.

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Mininova: "Filesharing wird es immer geben"

In Stockholm wurde am Freitag, dem 17. April 2009 das Urteil im Strafverfahren gegen die Betreiber des Torrent-Trackers »The Pirate Bay« verkündet. Neben einer Freiheitsstrafe von einem Jahr wurden die vier Angeklagten auch zu Schadensersatzzahlungen von insgesamt 2,75 Mio. EUR verurteilt. Sie kündigten an, Berufung gegen das Urteil einlegen zu wollen.
Doch während bei internationalen Medienunternehmen die Sektkorken knallen, nehmen es die verurteilten Piraten ziemlich locker. Denn das Urteil vom Freitag ist nur ein weiterer Akt eines Schauspiels das sich wahrscheinlich noch über mehrere Jahre hinziehen wird. So gibt es auch zum Thema nicht nur schlechte Nachrichten und nicht nur Pessimisten. "Manche Unternehmen beginnen umzudenken und erkennen, dass der Kampf gegen Filesharing aussichtslos ist", sagt Erik Dubbelboer von Mininova, einer anderen sehr beliebten Torrent-Suchmaschine. Bei Futurezone gibt es ein schönes Interview mit ihm und Geschäftsführer Niek van der Maas über ihre Pläne mit lizenziertem Filesharing und ihre Beziehung zu The Pirate Bay. Futurezone: Mininova: "Filesharing wird es immer geben"
Kleine Presseschau zum Urteil gegen The Pirate Bay:

Chaosradio: "Internetsperren - von Laien regiert"

Unter dem Titel "Internetsperren - von Laien regiert" sendet das Chaosradio am 29.04.2009 um 22:00 Uhr eine spannende Diskussion mit Jakob Kranz (Moderation), Andreas Bogk und "Nibbler" vom Chaos Computer Club zum Thema Internetsperren. Auf der Seite das Chaosradio steht dazu:
Was im CR142 noch Theorie war, wird jetzt Realität: die größten Internetprovider haben den Vertrag über die Sperrung des Zugangs zu kinderpornographischen Inhalten mit der Bundesregierung unterschrieben, das Kabinett hat eine entsprechende Gesetzesvorlage verabschiedet. Die Tinte ist noch nicht trocken, da werden Forderungen laut, die Sperren auch auf ausländische Glücksspielangebote und File-Sharing-Sites auszudehnen, und die Zugriffe auf die Sperrseiten zum Zweck der Strafverfolgung mitzuprotokollieren. Wir nehmen das zum Anlaß, erneut mit euch zu diskutieren: was charakterisiert den Unterschied zwischen einer aufgrund einer Grundrechtsabwägung für notwendig gehaltenen Sperre und verfassungswidriger Zensur? Wie gehen wir mit Politikern um, die das Medium, über das sie entscheiden, nur vom Hörensagen kennen? Können wir Politikern noch trauen, die Symbolpolitik für wichtiger als verfassungskonforme Gesetze halten, und sich bereits an ihre Versprechen von letzter Woche nicht mehr erinnern können?

Gender und social media

In einem schönen Artikel auf "Collective Thoughts" widmet sich Ryan der Frage welche Rolle "Gender" für das Nutzungsverhalten von social Networks und social Media spielt.

Gender Differences In Social Media Participation

I think women put more emphasis, focus and time into their social media browsing than men. Men seem to be very ADHD with social media, jumping from news story to story, whereas I’ve noticed women take slow time and incorporate what they read more into their daily life and lifestyle planning.” Loren Baker, Search Engine Journal So before getting to a list of some observations and a handful of insightful quotes from my social media friends, let’s draw a conclusion. I believe that the social media professional will be much more successful at his or her craft when taking gender differences seriously. The key, really, is to understand the needs of each person you interact with. Offer them something in return. But don’t assume that everyone wants the same thing. Take the time to understand what motivates each of your social media friends and go above and beyond the call of duty to interact with them so that when it comes time that you need something, they are eager to help. And remember that it’s very easy to wear out a social relationship of any kind (marriage, friendship, business) if one party is not having his or her needs met or if one person is carrying too much of the burden. Before ending this article I’ve included a few more general observations that come from various social media friends who chose to be anonymous. We’d love for you to add your thoughts in the comments.
  • Men often make accounts that look like attractive females for pragmatic purposes (to motivate more action by other social media participants)
  • Women tend to use Twitter more for chatting and real conversations
  • Men tend to use Twitter more for marketing
  • Women are more likely to forward chain emails
  • Men are more comfortable with manipulative behavior so long as it helps them acheive their goals
  • Women like sites that facilitate discussions about life and offer a peek into others’ lives
  • With men, social cooperation comes down to swapping favors
  • With women, you have to earn social cooperation through relationship

Zensur und Repression gegen Blogger

Über den Fall des ägyptischen Blogger Philip Rizk berichtet Heise. Der 27-jährige Student ist nur einer von vielen Bloggern, die verfolgt, eingeschüchtert oder eingesperrt werden, weil sie im Internet Dinge veröffentlichen, die die Staatsmacht als Bedrohung versteht. Amnesty International zählte im vergangenen Jahr 77 Länder, in denen die Meinungs- und Pressefreiheit beschnitten wurde

Wie Staaten die Blogosphäre kontrollieren wollen

Vier Tage lang hat ihn der ägyptische Sicherheitsdienst in Handschellen gelegt, ihm die Augen verbunden, ihn kaum schlafen lassen – und immer und immer wieder verhört. Gleich zu Anfang sagten sie zu ihm: "Alles, was in deinem Kopf steckt – wir wollen es herausholen", erzählte der deutsch-ägyptische Blogger Philip Rizk nach seiner Freilassung Mitte Februar. Glück habe er gehabt, dass ihn die Behörden so schnell wieder rausließen. Glück, und ein schützendes Medienecho. Rizk bloggt aus Kairo über die humanitäre Lage im Gaza-Streifen und nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es um Kritik an den Regierungen von Israel und Ägypten geht. "Das sind symbolhafte Strafen, die andere einschüchtern sollen", sagt Clothilde Le Coz, Internet-Expertin von Reporter ohne Grenzen. Die Behörden reagieren damit auf die wachsende Zahl von Bürgern, die sich im Netz Gehör verschaffen. Unterschiedlichen Schätzungen zufolge gibt es weltweit inzwischen 200 bis 300 Millionen Blogs. Rund ein Drittel von ihnen beschäftigt sich mehr oder weniger häufig mit Politik, schreiben die Betreiber der Blog-Suchmaschine Technorati in ihrem Jahresbericht 2008. Die Blogosphäre hat jedoch ihre eigenen Kniffe, um die staatlichen Schraubstöcke zu lockern. Projekte wie "Jedermanns Handbuch zur Umgehung von Internetzensur" oder die Software Psiphon, entwickelt von einer Forschungsgruppe an der Universität von Toronto, sollen Bloggern Zugang zu gesperrten Seiten verschaffen. Organisationen wie die amerikanische Electronic Frontier Foundation setzen sich für das Recht von Bloggern auf freie Meinungsäußerung ein und geben Tipps, wie Internetnutzer ihre Identität verschleiern können. "Blogger können sich schützen, wenn sie wissen, wie sie anonym bleiben", sagt Le Coz. Außerdem müssten sie wissen, wie sie Kritik sachlich ausdrücken, ohne jemanden zu verleumden. Jeder Blogger sollte verantwortungsvoll mit dem umgehen, was er publiziert. "Manche missbrauchen ihre Freiheit im Netz." Zum Welttag der Pressefreiheit am heutigen 3. Mai siehe auch:

Datenschutz-Placebo

Gleich mehrere gute Artikel zur Datenschutz Novelle. Auf Heise kann man zur anstehende Novelle des Datenschutzgesetzes lesen: Verbraucherverbände warnen vor "Placebo" -Datenschutz
Vor den Verhandlungen der Koalition über die anstehende Novelle des Datenschutzgesetzes hat der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) die Regierungsparteien aufgefordert, beim Datenschutz nicht einzuknicken. "Das ist der Lackmustest für die Ernsthaftigkeit der Großen Koalition in Sachen Datenschutz", mahnte vzbv-Vorstand Gerd Billen am heutigen Dienstag in Berlin. Der Regierungsentwurf und die Beschlüsse des Datenschutzgipfels müssten jetzt konsequent umgesetzt werden.
Und auf der Zeit Online schreibt Kai Bierman: Datenschutzgesetz: Regierung verabreicht Datenschutz-Placebo
Die Gesetzesnovelle zum Datenschutz galt als ein Gewinn für die Verbraucher. Aber inzwischen hat die Regierung alle Fortschritte wieder herausgestrichen

Mininova: Wer nicht kämpft hat schon verlohren

Ohoh das sind keine guten Nachrichten. Mininova knickt vor der Verwertungsindustrie ein und entfernt alle Torrents aus dem ihrem Tracker die in irgendeiner Weise angeblich gegen irgendeine Copyright Verletzung verstoßen. TorrentFreak kann man dazu lesen: Mininova Filters Copyright Infringing Torrents
Starting today, Mininova will use a content recognition system that detects and removes torrent files linking to copyright infringing files. The system will also prevent the torrents from being re-uploaded to mininova later on. Mininova co-founder Niek told TorrentFreak that the system will be tested for 12 weeks with only a few titles. With this trial Mininova collaborates with an association representing several TV/movie content owners. Niek couldn’t tell us which one, but our best guess would be that it’s the MPA(A). The content removal system should be seen as an extension of the existing copyright policy according to Niek, who also said that the current trial will be used to find out whether the content recognition system is a workable and effective solution.