Politisches Buch: Wem gehört die Welt?

Silke Helfrich hat ein neues Buch geschrieben: “Wem gehört die Welt?” Und es geht darin natürlich um ihr Spezialgebiet, die “Commons” oder auch “Gemeingüter”. Lesen lohnt sich!

Klappentext

Auf den ersten Blick haben Wasser und Wissen, Erbgut und Atmosphäre nichts gemeinsam. Was sie aber eint, ist, dass sie zum Nötigsten für ein menschliches Leben gehören. Doch sie gehen der Gesellschaft immer mehr verloren, weil sie privatisiert und der allgemeinen Verfügung entzogen, missbraucht oder unbezahlbar werden. Die Welt gehört nicht mehr allen, sie wird eingezäunt und kommerzialisiert zu unserem Schaden. Davon zeugen die weltweiten Konflikte über die Trinkwasserversorgung, den Zugang zu neuen Technologien oder den Umgang mit Regenwäldern. Wir stehen an einem Scheidepunkt, an dem ein neuer Blick auf unsere gemeinsamen Besitztümer erforderlich ist. Dieses Buch will diesen neuen Blick ermöglichen. Es zeigt die Vielfalt unserer Gemeingüter und welch ungeheures Potenzial in ihnen steckt. Es macht uns vertraut mit Dingen wie Creative Commons, Slow Food und der Wissensallmende.

Silke Helfrich: Wem gehört die Welt?
München 2009; 286 S., 24,90 €; Oekom Verlag, 2009; 286 S., 24,90
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Aus einer Rezension mit dem komischen Titel bei der Zeit: Ubuntu heißt Gemeinsinn

Die Aufsätze liefern wichtige Denkanstöße, auch wenn sich einige eher hölzern lesen und manches redundant oder widersprüchlich ist, wie oft bei solchen Readern. Beispiele werden zwar genannt, die vom gemeinschaftlichen Wald-Management in Mexiko bis zum aus Öleinnahmen finanzierten Treuhand-Fonds für Naturschutz in Alaska reichen. Doch man wünschte sich mehr ehrliche Nahaufnahmen auf jene Internet-»Communities«, die, noch am Rande der Gesellschaft, statt Windows lieber freie Software mit dem Betriebssystem Ubuntu nutzen (der Name steht in der Sprache der Zulu für »Gemeinsinn«) – oder auf Nachbarschaften, die Solar- und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen betreiben. Auch sie dürften mit Konflikten zu kämpfen haben, und ohne einen scharfen Blick darauf bekommt das Lob der »Kümmerer« leicht etwas Schwärmerisches. In einer zutiefst individualistischen Gesellschaft möchte keineswegs jeder gern »Mit-Besitzer, Mit-Verantworter und Mit-Nutzer« sein. Unklar bleibt zudem bei vielen Beispielen, wie Commons, Staat und Markt konkret ineinandergreifen; die Rolle der Parlamente, die schließlich auch Bürger repräsentieren, wird gänzlich ausgespart.

Doch das Nachdenken steht ja erst am Anfang. Das Buch dokumentiert eine Suchbewegung, die in die richtige Richtung weist. Anknüpfungspunkte für Debatten könnten viele Gruppen der Gesellschaft finden, und mit Ausnahme kategorischer Wirtschaftsliberaler auch politische Parteien.

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