Ein sehr schöner Beitrag bei Radio-G: Getting Things Done
David Allen hat ein System namens GTD – Getting Things Done – entwickelt, dass Ordnung ins Chaos bringen und Stress vermeiden soll. Wie es funktioniert, erklären in dieser Sendung Wolff Horbach und Oliver Gassner.
Ich finde das Thema ja spannend und sehe auch beim System GTD eigentlich viel gute Ansätze. Aber… Zeitmanagement, perfekte Planung, Optimierung, … ich weiß nicht: Seine Lebenszeit mit einem solchen System zu organisieren hat für mich auch den Charakter von “selbst-Konditionierung” und ich sag es mal ganz Plakativ: Es gleicht einer selbst gewählten und selbst organisierten Fortsetzung des tayloristischen Systems der totale Durchdringung des Lebens im Sinne einer kapitalistischen Verwertungslogik. Denn was ist “Selbstmanagement” anderes als selbst-Konditionierung um besser zu funktionieren? Eine durch Selbstmanagement optimierte Funktionalisierung des Lebens.
Bei Oliver Gassner gibt es noch einen Text auf Deutsch: “Wie ich die Dinge geregelt kriege” von David Allen. Weiter unten noch zwei Videos:
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2 Comments
Danke für das Link.
Nein, Taylorismus waren alle Systeme vor GTD und die neue ‘AutoFocus’-Methode kommt mir auch etwas seltsam vor.
Bei GTD geht es um
- Kontrolle behalten (wer hat es schon gern chaotisch?)
- demzufolge Stress reduzieren und GANZ wichtig als Konsequenz:
- Raum für Kreativität gewinnen (und fürs Faulenzen ;) )
Wenn Du Taylorismus willst: Lies Stephen Covey ;)
Hey Oliver, danke für den Hinweis. Mein polemischer Titel mit dem Fragezeichen hinter dem “Taylorismus”, drückt ja genau das aus: Meinen generellen Zweifel gegen ähnliche Systeme und Maßnahmen zur “Optimierung” und Effizienzsteigerung im erweiterten Feld der Produktivität, also auch im privaten und individuellen Bereich, im Denken, in den Affekten, wie das bei Hard und Negri heisst. Und da sich das Private nicht vom Ökonomischen trennen sind solche Maßnahmen, egal wie der Einzelne sie wahrnimmt eben immer auch Teil der Vergesellschaftung und damit Teil von ökonomischen und politischen Herrschaftsverhältnissen.
Das Fragezeichen im Titel drückt aber auch meine Frage aus in wieweit GTD mit seinem Konzept der Optimierung von Zeit diesen Tendenzen gegenüber unkritisch ist. Ich kenne GTD zu wenig, deshalb habe ich Fragen und Zweifel und keine “fertige” Kritik. Das mit der “Zeit fürs Faulenzen” ist mir sehr sympatisch ;)
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